»Genau diese Farbe möchte ich später auch gedruckt.« ist wohl ein Satz den man häufig hört, wenn man sich mit einem Kunden einen Entwurf an einem Monitor anschaut. Jedoch sollte man wissen, dass Bildschirme und Drucker sich grundsätzlich in der Art ihrer Farbdarstellung unterscheiden. Während Bildschirme von einem schwarzen Bildschirm ausgehend durch aktivieren der Elektronenstrahlen rote, blaue und grüne Punkte zum Leuchten bringen, gehen Drucker von einem weißen Blatt Papier aus und legen die Farbe durch Mischung der Farben Cyan, Magenta, Yellow (Gelb) und Key (Schwarz) fest. Vereinfacht kann man sagen, dass der RGB-Farbraum entgegengesetzt zum CMYK-Farbraum steht. Der RGB-Farbraum ist ein Farbmodell, bei dem sich die Grundfarben Rot, Grün und Blau zu Weiß addieren. Zur schematischen Darstellung des RGB-Farbraums hat sich eine achteckige Form bewehrt. Neben den Grundfarben werden die acht Ecken mit den Farben Cyan, Magenta und Gelb sowie mit Weiß und Schwarz besetzt.

Um 1850 entwickelte der deutsche Physiker Hermann von Helmholtz die Dreifarbentheorie. Er beobachtete, dass man aus dem Licht dreier Primärfarben jede beliebige andere Farbe mischen kann. Analog vermutete er, dass es auch im Auge drei Typen von Rezeptoren gibt, die unterschiedlich auf Licht verschiedener Wellenlängen reagieren. Weiß und Grau werden wahrgenommen, wenn alle drei Sinneszellen gleich stark stimuliert werden und Schwarz wird wahrgenommen, wenn keine Lichtreizung stattfindet. Die Existenz dieser Rezeptoren konnte schließlich Ende des 19. Jahrhunderts tatsächlich nachgewiesen werden.

Dieses Prinzip wird heute für die Farbdarstellung auf Bildschirmen verwendet. Winzige Punkte mit einem Durchmesser von ca. 0,2 mm bedecken den Bildschirm, in denen sich phosphoreszierende Substanzen befinden. Diese senden, nachdem sie durch Elektronenstrahlen an- geregt worden sind, rotes, blaues oder grünes Licht aus. Die Intensität dieser Strahlen regelt die Helligkeit der Farben. Da das menschliche Auge nicht in der Lage ist, diese hunderttausend Punkte einzeln wahrzunehmen wird nur der Mischeffekt aller RGB-Triaden registriert.

In der Computertechnik wird häufig ein Byte für einen Farbanteil verwendet. Der Wertebereich einer Farbe reicht von 0 bis 255 – geringste bis höchste Intensität, womit für jeden Farbkanal 256 Abstufungen definiert werden können. Insgesamt können 256³ = 16.777.216 Farbwerte definiert werden – True Color.

Der CMYK-Farbraum ist ein Farbmodell, welcher auf die subtraktive Farbmischung basiert. Der Wertebereich jeder einzelnen Farbe reicht von 0% bis 100%, wobei 0% einer unbedruckten und 100% einer Volltonfläche entspricht. Durch mischen der drei Grundfarben entsteht der Farb- raum. Die zusätzliche Druckfarbe Schwarz (Key) ist nötig, weil der Zusammendruck der Bunttöne zwar theoretisch, aber nicht praktisch ein ausreichendes Schwarz ergibt. Die im Druck verwendeten Cyan-, Magenta- und Gelb-Pigmente sind nicht in der dazu erforderlichen Reinheit (Optimalfarbe) wirtschaftlich herstellbar. Andererseits ist das Schwarz für den Unbuntaufbau eines Bildes unbedingt nötig. Es wird bei der Separation des Bildes bestimmt um zu vermeiden, dass zu viele Farben übereinander gedruckt werden müssen. So wird Druckfarbe eingespart.

Die Umrechnung zwischen RGB und CMYK-Farbraum ist nicht trivial und deshalb verlustbehaftet. Nicht jede auf einem Bildschirm darstellbare Farbe kann auch auf einem Drucker gedruckt werden. Daher ist der RGB-Farbraum wesentlich größer als der CMYK-Farbraum.