Gute Gestaltung zeichnet sich vor allen Dingen durch eine dem Zweck entsprechende Struktur aus. Um die Orientierung zu erleichtern ist es wichtig wiederkehrende Muster zu verwenden. Zum Beispiel Seitenzahlen immer an der gleichen Stelle zu positionieren, aber auch weniger offensichtliche Dinge, wie die Anordnung von Textblöcken und grafischen Elementen, zum Beispiel Bildern.
Der Grafiker nutzt für diese Aufgabe das so genannte »Gestaltungsraster«. Diese Hilfskonstruktion besteht aus (hinterher) unsichtbaren Hilfslinien, die das Format in verschiedene Abschnitte unterteilen. So entstehen Spalten in die der Text und die Bilder eingepasst werden. Dazwischen Stege, um einzelne Blöcke von einander zu trennen, sowie Ränder ringsum, die den Satzspiegel optisch positionieren. Hinzukommen Stilvorlagen für die Schriftgestaltung. Hier werden Überschriften, Fließtext und andere typographische Elemente in ihrer Größe und Beschaffenheit bestimmt.
Natürlich werden diese Funktionen immer mehr für die Automatisierung von großen Projekten (wie Katalogen) genutzt, doch eigentlich beginnt der spannende Teil erst nachdem man das Raster angelegt hat.
Jeder Inhalt will mit dem Leser kommunizieren, ihm eine Geschichte erzählen. Diese Geschichte bereits im Layout auf den ersten Blick für den Leser spürbar zu machen ist eine Herausforderung, die jede einzelne Seite an den Gestalter stellt. Hier gilt es das Gestaltungsraster bis an seine Grenzen zu nutzen und – dort wo es sich anbietet – auszubrechen. Eine gesprengte Struktur, ein bewusst gesetzter Störer lenkt die Aufmerksamkeit des Lesers und bestimmt so seinen Lesefluss. Man kann demnach sowohl den Takt bestimmen als auch die Geschwindigkeit einer Seite bewusst regulieren und steuern.
Doch all diese gestalterischen Mittel helfen wenig, wenn dem gesamten Prozess keine Struktur gegeben ist. Ein Projekt sollte langfristig geplant werden. Vom Briefing, der Aufgabenstellung an die Werbeagentur, bis zur Distribution und darüber hinaus. Damit Agentur und Kunde von den gleichen Voraussetzungen ausgehen ist es äußerst wichtig Termine festzulegen, Kommunikationsziele sowie die Zielgruppe herauszuarbeiten und Restriktionen zu erfahren. Ein durchdachter Budgetplan klärt die finanziellen Grundlagen und im Mediaplan sind alle Medien und ihre Anwendungszeiträume verzeichnet.
In einem zweiten Treffen – dem Rebriefing – hält man Rücksprache und klärt etwaige Fragen. Besonders während der anschließenden Produktionsphase ist es wichtig ständig Rücksprache zu halten, um mögliche Missverständnisse zu vermeiden und direkt zu korrigieren.
Nach getaner Arbeit lässt ein abschließendes Debriefing den gesamten Arbeitsprozess Revue passieren, um gelungene Aspekte hervorzuheben und herauszufinden was in folgender Zusammenarbeit verbessert werden kann.