Der Begriff Typographie hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Von der einfachen Abgrenzung zwischen Handschrift (Chiographie) und gedruckten Lettern bis zum komplexen Gestaltungsprozess.
Heute umfasst Typographie nicht nur den Entwurf eines Layouts mittels Schrift, Bild, Linie und Fläche, sondern auch die Auswahl des Mediums im Allgemeinen (Screen, Web, Print) und des Materials im Speziellen, zum Beispiel des passenden Papiers.
Typographie soll den Inhalt, Zweck und die Anmutung eines Werkes verdeutlichen. Sie soll die Aussage des Textes visuell unterstützen, wobei die optimale Lesbarkeit immer an erster Stelle steht. Dabei unterteilt man die gestalterischen Merkmale des Schriftsatzes einer Seite in Mikro- und Makrotypographie. Während sich die Mikro- oder Detailtypographie mit den Feinheit, wie zum Beispiel Schriftart,
Laufweite der Schrift und der korrekten Anwendung der Satzzeichen beschäftigt, dreht es sich bei der Makrotypographie um die Gesamtgestaltung und das Layout. Hier geht es um das Format und die optische Wirkung von Schrift und graphischen Elementen zueinander. Es kommt dabei auf die harmonische Aufteilung von bedruckter und unbedruckter Fläche an.
Eine Seite darf weder »überladen« noch kahl wirken. Um einen dem Endprodukt entsprechenden Eindruck zu erlangen, nutzt man so genannte Blindtexte, falls noch kein Inhalt vorhanden ist. Diese zumeist sinnlosen Texte simulieren das spätere Schriftbild und dessen Rhythmus.
Seit dem 16. Jahrhundert nutzt man das pseudo-lateinische
»Lorem Ipsum«. Dieser absichtlich unverständliche Text imitiert
den Schriftrhythmus der meisten europäischen Sprachen, doch als optischer Platzhalter für deutschsprachige Texte ist er nur bedingt geeignet: Das Deutsche ist eine der wenigen Sprachen mit genereller Substantivgroßschreibung, während im Lateinischen ausschließlich die Satzanfänge großgeschrieben werden. Grundlage des »Lorem ipsum« ist eine Textpassage in »De finibus bonorum et malorum« (Über die Grenzen des Guten und Schlechten) von Cicero.